Suppenschüssel Cross – Barfuß durch Offenbach

Suppenschüssel Cross – Barfuß durch Offenbach

Am Wochenende habe ich mich getraut. Ich bin meinen ersten Laufwettkampf barfuß gelaufen. Komplett unten ohne und dann gleich noch den zweiten. Es war ein super schönes Gefühl. Ein wenig kalt an den Füßen, dass gebe ich zu. Aber es war auf jeden Fall ein schönes Erlebnis, von dem ich euch hier berichten möchte.

OCR Frankfurt, Fat Raccoon
Die Truppe vom OCR Frankfurt (Alex, Esther, Tobi) und Sabrina

Der Plan

Eigentlich wollte ich einen schnellen 10er laufen um eine Bestandsaufnahme  zu machen. Mal überprüfen, wie mein Trainingszustand gerade ist. Während ich also bei runme.de den Laufkalender checkte, entdeckte ich die Winterlaufserie in Mörfelden am Sonntag und den Suppenschüssel Cross in Offenbach am Samstag.

Klingt gut? Aber welchen mache ich jetzt? Während ich noch grübelte schrieb mich Marco an, ob ich nicht nach Goldbach käme, den Winterlauf dort machen. Die Serie in Goldbach kannte ich: ist nen 10er. Aber so hügelig, dass er nur schwer als Test funktioniert. Naja dann kann ich auch den Suppenschüssel Cross vorher noch laufen. Der taugt auch nicht als Check-Up, weil Strecke zu ungenau, cross und so: Also ist es einfach nur Training.

Guten Morgen

Ich hasse ja frühes Austehen, gut dass der Lauf erst um 12.00 Uhr losgeht. Wir hätten trotzdem fast verpennt. Sabrina hatte noch weniger Lust aufzustehen als ich und so fuhren wir grummelnd nach Offenbach. Wirklich Lust zu laufen hatte ich nicht. Morgens vor der Abfahrt hatten wir noch die Ausschreibung gecheckt und gesehen, dass es 800m, 4000m und 8000m gibt. Man konnte sogar für alle drei Läufe eine Flatrate buchen. Das klingt doch super. Ich war noch nie in meinem Leben in einer der drei Distanzen gestartet. Dann auch noch 800m, da werd ich ja nicht mal warm, egal was bezahlt ist wird gelaufen. Also fasste ich einen Plan: Ich teste bei den 800 die Strecke und wenn sie mir gefällt, laufe ich die 4000m barfuß. Bei den 8000m schauen wir mal, wie es bei den 4000m läuft.

www.laufsportfotos.de fat raccoon Barfuß Foto Reihold Daab
Barfuß durch die Suppenschüssel Foto: Reinhold Daab www.laufsportfotos.de

Hallo Offenbach

Am Vereinsheim angekommen holten wir uns die Startnummer. Sabrina fragte mich, welche Distanz sie laufen solle… Ich grinste und kreuzte die Flat an. Sie würde mich dafür hassen. 😉 Im Vereinsheim stolperte ich dann fast über Silke von den Lauf für mehr Zeit Laufbotschaftern. Während wir unseren Kaffee schlürften und uns überlegten, wo wir unsere Sachen am besten deponieren, (Offenbach ist schließlich gefährlich 😉 ) kamen uns Tobi und Esther grinsend entgegen. Die beiden würden nur die 8000m laufen und konnten so als Aufpasser eingestellt werden. Als wir da so standen und quatschten stieß noch Alex Müller dazu. Es waren also einige bekannte Gesichter dabei. Auch die Frankfurter vom Spiridon und der SSC Hanau-Rodenbach war am Start, es würden also starke Läufer starten.

800m

Kurz und knackig. So wirklich ernst nahmen wir den 800er nicht. Während die anderen schon auf ihre Laufuhren starrten und mit den Hufen scharrten blödelten Alex und ich noch rum. Als dann der Startschuss kam erschreckte ich mich so, dass ich dann ausversehen doch irgendwie losgesprintet bin. Nach 200m erinnerte ich mich, dass ich doch noch 2x laufen müsste an diesem Tag und nahm etwas Tempo raus. Grund genug für Alex mich zu provozieren und kackendreist zu überholen. Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen: Als es aus der „Suppenschüssel“ einer bösartigen Senke heraus ging, gab ich Gas und sprintete nochmal durch. 1 Sekunde vor Alex. Damit konnte ich leben. Sabrina kam als zweite Frau ins Ziel und brachte eine Minisuppenschüssel mit nach Hause. Dicht gefolgt von Silke.

Fat Raccoon Racing Suppenschüsselcross Offenbacher LC 800m
Die Urkunde, sogar mit persönlichem Foto. 😉

4000m

Die Strecke war super: Alles matschige Wiese, ein par Wege die mit Teppich ausgelegt waren, damit sich die Leichtathleten ihre Spikes nicht ruinieren und ein wenig Trail. Keine nervigen Forstwege mit diesem furchtbaren Schotter. Also würde ich es wagen: Meinen ersten Wettkampf barfuß! Die Kilometer Anzahl sollte kein Problem werden, ich hatte das schon auf dem Laufband gemacht. Wie würde es mit dem Untergrund werden? Super! Ich merke auf der ersten Kurve bereits, dass ich mehr Gefühl hatte als in den Five Fingers und spürte den nassen Untergrund unter den Füßen.

Fat Raccoon Foto: Reinhold Daab www.laufsportfotos.de
Die Schüssel hatte es in sich. Heute auf der Suppenkarte. Steilsuppe mit Blattsalat, garniert mit Matsch! Foto: Reinhold Daab www.laufsportfotos.de

Ich lief ein zügiges Tempo und pendelte mich ein wenig hinter der Spitze ein, kurz hinter der ersten Frau. Hinter mir einer der Läufer vom SSC Hanau Rodenbach, der mich die ganzen 4000m nicht weg ließ und sich kurz vor Schluss noch zum überholen „erdreistete“. Seine Söhne hatten ihn angestiftet: „Papa los du schaffst das!“ Kurz vor Schluss packte mich dann doch nochmal kurz der Ehrgeiz und ich setzte zu einem Schlussspurt an, der deutlich machte, dass ich mich nicht mehr überholen lies. Mein Verfolger konnte ja nicht wissen, dass ich noch für die 8000m zurückhielt. Er war fest entschlossen den Barfußtypen nicht wegzulassen und so motivierten wir uns gegenseitig. Ein echt klasse Wettkampf der Lust auf mehr machte. Ich trank Tee und Sabrina kam wieder dicht gefolgt von Silke ins Ziel.

Urkunde Fat Raccoon 4000m
Urkunde 4000m 4:10min/km finde ich für den ersten Barfußlauf auf der Strecke ganz ordentlich.

8000m

Nach dem die 4000m so gut liefen, dachte ich mir:  „Auf gehts, die 8000m gehen auch noch barfuß.“ Ich lief also nochmals 6 Runden durch die Schüssel. Mit jeder Runde wurden die Beine ein wenig schwerer, aber ich hatte Spaß. Nach der dritten Runde überholte mich eine der Damen von Spiridon Frankfurt, ich überlegte kurz, ob ich dranbleiben sollte. Entschied mich dann aber gegen den Stolz und für die Vernunft und musste sie ziehen lassen. Ich lies es mir nicht nehmen mit den Zuschauern und Streckposten rumzublödeln. Außerdem kamen immer wieder bekannte Gesichter vorbei und so wurde der Rundenlauf doch noch ganz lustig. Ganz ehrlich, ich hasse Runden laufen, aber nach Uhingen hab ich mich irgendwie daran gewöhnt. Man muss eben das beste daraus machen.

Barfuss, Suppenschüssel Cross Fat Raccoon Foto: Reinhold Daab www.laufsportfotos.de
Ganz schön rutschig, so ein Suppenschüssel, barfuß ohne Spikes muss man so einen dicken Waschbären erstmal um die Spitzkehre kriegen. Foto: Reinhold Daab www.laufsportfotos.de

Ich jagte Löwen und erfreute mich an den Reaktionen auf meine nackten Füße. Von blankem Entsetzen: „Das kann ich mir ja nicht angucken.“ „Guck mal Mama der läuft nackt!“ bis hin zu „Krass, Respekt!“ war alles dabei. Auch auf den 8000m hatte ich mir zum Ziel gesetzt, dass ich es zwar zügig angehen würde aber nichts riskieren. Immerhin wollte ich Sonntag noch in Goldbach die 10km laufen. Ein wenig Puste für einen Schlusssprint blieb dann noch und ich beendete die 8000m zufrieden als 22. Platz. Sabrina und Silke kamen gemeinsam ins Ziel. Sie hatte sich zusammengetan und liefen die 6 Runden Seite an Seite.

Fazit

Füße Fat Raccoon Barfuß Foto: Reinhold Daab www.laufsportfotos.de
Füße gut alles gut. Die Fußsohle hat den Lauf unbeschadet überstanden. Ein wenig kalt war es ja schon. Foto: Reinhold Daab www.laufsportfotos.de

Der Suppenschüssel Cross war ein echt schöner Lauf, die Strecke war für die Füße echt angenehm und ich war sehr zufrieden, wie gut mein Körper die 3 Wettkämpfe an einem Tag wegsteckte. Viele alte und neue Bekannte sorgten für eine wunderbare Athmosphäre und der riesige Dönerteller eine Straße weiter rundeten den Tag ab.

Döner Vegan Laufen Fat Raccoon Festmahl
Endlich Döner.. mit Vegan oder Ohne 😀 Die Diskussion dabei war der Knaller. Also ich achte ja eigentlich darauf, dass ich nur Bio-Fleisch esse, sagte er während er in den Dönerteller bis. Ups- Fail 😀

Der Tag danach:

Fourrunners Fat Raccoon Goldbach Winterlaufserie.
Der Winterlauf in Goldbach
Foto: Fourrunners.de

Am Sonntagmorgen ging es dann noch zur Winterlaufserie nach Goldbach. Dort lief ich allerdings mit Schuhen. Die Forstwege kannte ich noch aus einem der Vorjahre, man muss nicht alles barfuß machen. Mit einer Zielzeit von 46:27 bin ich durchaus zufrieden. Auf den ersten 3 Km merkte ich die Beine vom Vortag, ich lies es locker angehen und rollte dann von hinten auf.

 

WARUM ICH NATURAL RUNNING TRAINER WURDE?

WELCHE SCHUHE ICH EMPFEHLEN KANN UND WARUM GANZ OHNE AM BESTEN IST…

VIELEN DANK AN REINHOLD DAAB VON WWW.LAUFSPORTFOTOS FÜR DIE COOLEN BILDER

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Suppenschüssel Cross - Barfuß durch Offenbach
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Suppenschüssel Cross - Barfuß durch Offenbach
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Barfuß einen Wettkampf laufen, geht das? Ja es geht, hier kannst du nachlesen, wie ich meinen ersten Barfuß-Wettkampf gelaufen bin. Die Reaktionen waren von erstaunt bis positiv. Ob die Füße durchgehalten haben? Lies selbst...
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Ein Gedanke zu „Suppenschüssel Cross – Barfuß durch Offenbach

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