Rennbericht: Lake Run – Halbnackt durch den Freizeitpark

Ein Team ein Ziel!  Der Ballerbus war am Sonntag wieder unterwegs zur Lake Run „Steel Edition“ nach Kalkar.

Der Ballerbus beim Lake Run. Premium Parkplatz direkt am Start!

Dort sollte der letzte Lauf der Lake Run Serie stattfinden, mit an Bord Jens und Sabrina. Während Sabrina bereits die heiß begehrte EM-Quali hatte, mussten Jens und ich heute eine Top 10 Platzierung erreichen,  also ergatterten wir noch spontan Tickets für die 12km Strecke. Sabrina wollte es lieber richtig hart und hatte sich für 18 km angemeldet.

Familientreffen beim Lake Run– Den kennste doch… 

Was soll ich bloß anziehen? (Foto: Jens)
Was soll ich bloß anziehen? (Foto: Jens)

In Kalkar angekommen schien wider erwarten die Sonne, trotzdem war es schweinekalt und ich fror ziemlich schon vor dem Start. Das konnte ja heiter werden. Mir gingen viele Fragen durch den Kopf, sollte ich bei dem kalten Wind wirklich oberkörperfrei laufen? Jens und ich diskutierten das für und wieder. Anlass gab auch die Strecke, zumindest den ersten Teil der Strecke konnte man gut einsehen.

Der Mob versammelt sich am Lake Run Start 18km (Foto: Jens)
Der Mob versammelt sich Start 18km (Foto: Jens)

Für Zuschauer wurde der Lauf dadurch attraktiv. Während wir die Startnummern abholten und uns umsahen mussten wir feststellen, dass das mit der Qualifikation beim Lake Run vielleicht doch nicht so leicht wie gedacht wurde. Es war zwar aufgrund der Tatsache, dass der Lauf zum ersten Mal statt fand ein kleines Teilnehmerfeld, aber dafür waren erstaunlich viele bekannte Gesichter und vor allem starke Läufer da. Volker Pellen vom Bodycross hatte eigens ein Team aufgestellt und sich dafür einige Topläufer eingeladen. Glücklicherweise starteten die auf 18km, aber auch auf 12km war die Konkurrenz bekannt. Bereits vor dem Start wurden die üblichen Nettigkeiten ausgetauscht und sich schon mal für das Rennen aufgewärmt.

Es geht los!

Zunächst starteten die 6km Läufer und verursachten an einigen Hindernissen gleich einen Stau. Der erste Stau am Wassergraben, der zweite an der Netzpyramide, das fing ja gut an. Was wir sahen, sah auch der Lake Run Organisator: „Die haben alle Schiss, weil sie durchgucken können. Das zieht sich gleich wieder auseinander!“

Er verschob vorsichtshalber den Start 10 min. nach hinten und zack flutschte es. Während ich mich peu-a-peu von meiner warmen Kleidung verabschiedete und mich gemeinsam mit Jens warm lief, war Sabrina bereits im Startblock. Der Start der 18km-Läufer war rasant und das Feld sprintete auf die ersten Strohballen, die bereits das Feld merklich ausdünnten. Danach wendeten die Läufer, sodass sie nochmal am Ziel vorbeigeführt wurden, um auf eine großes Feld neben dem Freizeitpark geleitet zu werden. Dort durften Sie sich zunächst abkühlen in einem hüfthohen Wassergraben. Den Gesichtern der Läufer zufolge war das Wasser alles andere als wohltemperiert.

Insgesamt musste ichmich zwar immer wieder an Menschenden auf Hindernissen vorbeiquetschen und nach dem Lauf war ich vom „Achtung rechts!“ brüllen heißer, aber es gab keine größeren Staus mehr.

Go, go ,go…

Bereits am Start war klar, das würde heute nicht leicht werden und während wir noch auf den Startschuss warteten kam der erste 6km Läufer bereits an. Er hatte 7,7 km auf seiner Laufuhr gemessen und warnte uns vor. Der Veranstalter hatte eine kleine Zugabe gegeben und die Strecke wohl nicht ganz so exakt vermessen. Wissend, dass es eher 15km als 12km werden schossen wir los. Das Feld zog sich bereits an den ersten Strohballen auseinander und ich konnte mich mit einigen anderen an die Spitze setzen. In unserem Grüppchen schossen wir übers Feld und Tom setzte sich bald ab. Beim ersten Wassergraben sprang ich beherzt hinein und während die anderen durch das brusthohe Wasser wateten entschied ich durchzuschwimmen, weil schneller.

Erster?

Ich fand mich kurzzeitig auf dem ersten Platz, wusste aber das Tom wiederkommen und auch Patrick nicht lockerlassen würde. So war es auch bei den Slacklines waren wir Kopf an Kopf. Beim Weaver konnte ich mich wieder an die Spitze setzen. Die richtige Technik macht bei diesem kräftezehrenden Hindernis viel aus, vor allem wenn es nass und rutschig ist. Als nächstes mussten wir an einem Seil auf einen Balken über einen Container klettern und übe den selben Balken zu einem anderen Container balancieren. Auch hier konnte ich mir zunächst einen Vorsprung erarbeiten. Dieser schmolz jedoch dahin als es ein ganzes Stück zu laufen galt. Tom tauchte grinsend neben mir auf: „Wenn du jetzt noch laufen könntest…“ – Der übliche Trashtalk darf bei einem Rennen einfach nicht fehlen – kommentierten er und zog mit Leichtigkeit an mir vorbei. Ich versuchte meinen zweiten Platz nach hinten abzusichern und Tom nicht allzu weit wegzulassen. Er muss wohl ähnlich gedacht haben und gab ordentlich Fersengeld. In der ersten Runde schaffte ich sauber alle Hindernisse, vor allem die Hangelhindernisse hatten es in sich. Das Bierfäßerschwingen war hoch und weit und erforderte Mut und Technik insgesamt waren die Hindernisse technisch und kräftezehrend.

Runde 2, Fight…

Das Labyrinth... Ich hab mich drin verlaufen :D Foto: Lake Run
Das Labyrinth… Ich hab mich drin verlaufen 😀 Foto: Lake Run

Als es auf die zweite Runde ging merkte ich langsam, dass ich zu Beginn ordentlich Gas gegeben hatte. Die Beine wurden schwer und Patrick konnte mich sehen. Während ich aus den Augenwinkeln immer wieder die neongelbe Gefahr aufblitzen sah, quälte ich mich von Hindernis zu Hindernis. Die aufmunternden Worte meiner Freundin konnte ich gut gebrauchen. Sabrina war beim 18km Lauf der OCR Series etwas vor uns gestartet und so überholte ich sie in der Mitte des Feldes. Beim Überwinden einer 4m hohen Sprossenwand merkte ich wie meine Kräfte schwanden.

„Verdammt ich hab ja noch ein Gel einstecken!“ das hatte ich vor lauter Wettkampf vergessen. Erleichtern riss ich meinen Zuckervorrat auf und nahm die klebrige Masse ohne Wasser zu mir. Ich verteilte es im Mund um den Zucker möglichst schnell über die Mundschleimhaut ins Blut zu bekommen. Lass es Einbildung gewesen sein, aber mir ginge es sofort besser. Ich schoss los von der Wiese runter wo Patrick mich sehen konnte und ab in den Freizeitpark. An den Hindernissen würde ich mich wieder absetzen können. Und so kam es. Immer wenn ich ihn sehen konnte wuchs mein Vorsprung wieder weiter.

Als ich am vorletzten Hindernis ankam passierte es. Hochmut kommt vor dem Fall. Ich hatte die Fässer so souverän und lässig gemacht, dass ich bei der Leiter ebenso lässig von gleich mehrere Stufen auf einmal nahm.
Stufe 12 war nass, damit hatte ich nicht gerechnet, ich Griff zu, rutsche ab und fiel… Beim Lake Run bedeutet das:

 

FUCK BURPEES…

Gott sei Dank nur 15!

Hochmut kommt vor dem Fall (Foto: Lake Run)

 

Ich ballerte die Burpees weg…

1

2

3

noch kein Patrick…

4

5

6

ich hatte gut Vorsprung heraus gelaufen…

7

8

9

nichts, vielleicht schaffe ich es

10

11

12

Ich schaff’s!

13…

viieerzehn… Verfluchte Burpees!!!

fünfzeeehn, schnell weiter.

Am ziel!?!

Das Podium das Lake Run 12km (Foto: Jens)

Ich lief los und hörte die Glocke hinter mir läuten. Scheiße! Das muss Patrick sein. Ich versuchte alle meine

Kräfte zu mobilisieren, aber die Burpeegeschwindigkeit forderte Tribut. Ich hörte ich von hinten spurten, verdammt: „Los Beine! Lauft! Aaaah!“ Beine laufen nicht. Saft leer. Ich bog um die Kurve zu Halfpipe, dem letzten Hindernis vor der Zielgraden, plötzlich ein Schlag! Patrick der Drecksack versetzte mir mit einem Grinsen einen leichten Rempler und schob mich aus der Kurve. Er hatte mich! Und ich hatte dem nichts mehr entgegenzusetzen. Ich war froh über meinen 3. Platz und schleppte mich über die Ziellinie. Die Qualifikation hatte ich geschafft und ich war zufrieden mit mir. Ich gönnte Patrick den 2. Platz Als zweiter ist man schließlich der erste Verlierer, als 3. Bekommt man immer noch einen Pokal. 😉

After Race Snack

Ich hatte mein Ziel mich für die Europameisterschaften erreicht. Jens kam kurz nach mir ins Ziel und hatte sich als 4. Ebenfalls qualifiziert. Sabrina machte den 4. Platz auf 18km und verpasste das Treppchen nur knapp. Bei den Frauen spielten sich kurz vor dem Ziel noch ähnliche Dramen ab. Die bis dahin erste schaffte es nicht über die Halfpipe und fiel noch kurz vor dem Ziel auf Platz 3 zurück. Sodass es einen Doppelsieg gab.  Zu dem Zeitpunkt gab’s für Jens und mich schon Currywurst.

FAZIT: Lake Run

Der Lauf war klein aber fein. Es handelte sich um einen technisch anspruchsvollen gut organisierten OCR Lauf! Die Location war echt klasse. Der Kinderfreizeitpark kann auch für Erwachsene zu einer echten Herausforderung werden. Die Lake Run Serie sticht, obwohl sie nur ein kleiner Veranstalter ist, dadurch heraus, dass sie eine Großzahl ambitionierter Läufer für sich begeistern kann. Dies tut sie unter anderem durch technische Hindernisse und solche die Kraft kosten. An den Schlüsselhindernissen befanden sich OCR-Marshalls die auch diesen mal für einen reibungslosen Rennverlauf sorgten.

Ballerbuspower! Den Lake Run gerockt!

Allerdings war das Flatterband an manchen Stellen leider zu sparsam verwenden ich musste einmal abbremsen, weil ich in einem Kinderspielplatz den Weg nicht mehr fand. Die kleine Gratiszugabe, fand ich persönlich jetzt nicht schlimm, aber bei einem Rundenlauf fast 2km pro Runde mehr ist schon ne Ansage. Der Veranstalter hat jedoch für nächstes Jahr Besserung gelobt und für das erste Mal an diesem Standort war es absolut okay. Es war ein harter Kampf und ein guter Wettkampf! Ich freue mich auf nächstes Jahr! Lake Run ich komme wieder!

Als nächstes steht Getting Tough the Race an. Hier meine 10 Tipps für dich.

 

2 Gedanken zu „Rennbericht: Lake Run – Halbnackt durch den Freizeitpark

  1. Pingback: 10 Tipps für „Getting Tough"-The Race - Fat Raccoon

  2. Pingback: Fat Raccoon - Das Jahr 2017 - Fat Raccoon

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.