Die Evolution des Natural Runner – Fat Raccoon

Die Evolution Des Natural Runner – Fat Raccoon

Auf dem Weg zum Natural Runner habe ich einiges ausprobiert. Dabei habe ich diverse Fehler gemacht, bevor ich mich entschieden habe meinen Natural Running Coach zu machen und die Lauftechnik vom Fuß an zu erlernen. Wie du dir diese Fehler gleich ersparst und zum Natural Runner wirst erfährst du in dem diesem Beitrag.  Wenn du wissen willst was dich beim Natural Running erwartet klick hier. Wir fangen von Beginn an:

Laufen auf dem Feldberg, Fat Raccon, Natural Runner
Mal eben zum Fuchstanz mit dem Fahhrad und auf den Feldberg hoch? Geht! Nach dem ersten Halbamarathon – Trainingsplan fand ich so richtig Freude am Laufen.

Natural Walking? Bewegung an der frischen Luft! Sommer 2013

Jahrelang habe ich keinen Sport gemacht. Nun hatte ich den Plan langsam aber sicher wieder anzufangen. Natural Runner war da noch ein Fremdwort, Running überhaupt.

Die Entwicklung begann und ging als Mischung von glücklichen, unglücklichen Zufällen und Entscheidungen weiter. Nach der ersten Runde hatte ich Knieprobleme. Dazu trug ich einen flachen Golfschuh einer bekannten Sportmarke (die mit den drei Streifen). Im nachhinein weiß ich, der Schuh war viel zu eng.

Die nächste Woche mit Kniebandage und das einen Sommer lang, bis ich länger Laufen konnte. Zumeist schmerzfrei. Dann Mitte des Sommers fing ich mit dem Inlineskaten an. (Die Skates sind mittlerweile auch im Schrank verschwunden, passen nicht mehr.) Während ich noch in der Pause beim Tuesday Nightskating ein Kippe rauchte aber langsam wieder sportlicher war, fragte mich ein Kumpel, ob ich beim Halbmarathon in Wien mitlaufen würde.

Wenn der das kann – dann kann ich das ja wohl auch Herbst 2013

Mein erster Gedanke: „Wenn der das kann, kann ich das auch!“ „Ja klar mach ich mit!“

Nach etwas drüber nachdenken. „Verdammt jetzt muss ich trainieren!“ und dann begann ich zu planen. Ich ging dabei vor wie der Wissenschaftler der ich nun mal bin. Also kaufte  ich mir ein Buch, ein Standardwerk. So einen richtigen Klopper. Mit Trainingsplänen und Fotos von richtigen Laufschuhen und der richtigen Kleidung, also ein Buch, dass mir alles zum Thema Laufen erklärte. Jetzt musste ich nur noch rausfinden, welcher Trainingsplan der richtige für mich war. Dazu lief ich meinen ersten Lauf. Vor dem Natural Runner musste ich erstmal überhaupt ein Runner werden.

Natural Runner – Von wegen aber High-Tec macht halt auch keinen Unterschied

Den Hugenottenlauf lief ich mit einem alten Deutschlandtrikot, einer Plastikjogginghose von Aldi, meinen ausgetretenen Bundeswehr-Sportschuhe und ACDC auf den Kopfhörern. Mit Highway-To-Hell auf den Ohren finishte ich meinen ersten 10km-Lauf in ca. 47min.  Völlig fertig aber glücklich, ich wusste: Ich werde das wieder tun. Noch nicht richtig zuhause angekommen hatte ich auch schon runme.de geöffnet und suchte nach dem nächste Lauf. Immer noch nicht Natural Runner. Aber ab jetzt definitiv Runner!

Der Krieg bei Aldi morgens um Acht – Härter als jedes OCR Rennen

Volkslauf Fechenheim- Fat Raccoon Natural Running
Beim Volkslauf in Fechenheim, nun in Funktionskleidung und mit Uhr. Exakt die selbe Zeit 47min. Ich wurde sogar von der selben Läuferin kurz vorm Ziel überholt.

Beim Volkslauf in Fechenheim würde ich wieder am Start sein. Bis dahin hatte ich mich mit der Pulsuhr meines Vaters bewaffnet. Darüber hinaus hatte mich morgens um Acht bei Aldi mit diveresen Leuten, die nicht so aussahen, als würden sie in die Laufklamotten, die sie kauften, jemals reinpassen geprügelt und hatte Funktionskleidung für den ganzen Winter. Bei einem Laufgeschäft lies ich mich beraten und erstand mein erstes und gleich mein zweites Paar Laufschuhe. (Im Buch stand, wer täglich trainiert muss wechseln, immer den selben Schuh ist nicht gut für den Fuß!) Aufgebretzelt mit Funktionskleidung und neuen Laufschuhen lief ich in Fechenheim mit Pulsgurt im richtigen Pulsbereich meinen zweiten Lauf: 47min. Technik hin oder her. Deinen Körper bestimmt die Grenze!

Der Plan

Da ich in dem Buch gelesen hatte, dass es besser wäre, sich vor dem Beginn eines Lauftrainings einmal durchchecken zu lassen und sich einen individuellen Plan machen zu lassen, entschied ich mich für das Institut für Sportdiagnostik und machte dort einen Laktattest und bekam anschließend einen Trainingsplan. Manche Krankenkassen zahlen sowas, die Techniker zum Beispiel übernimmt bis zu 130 Euro für eine Leistungsdiagnostik. Dazu bekam ich drei wichtige Tipps: Mach Yoga, lauf nicht so sehr über die Ferse und Lauf in einer Gruppe.
Ich behielt mein Kraftraining zweimal die Woche bei, das wurde in den Plan aufgenommen und so kam ich sicher durch meinen ersten Halbmarathon. Mit einer Zielzeit von 1:44 war ich wirklich zufrieden. Danke Dr. Föhrenbach an dieser Stelle.

Das erste Mal OCR – Autsch Mai 2014

Dann kam der wahnwitzige Gedanke einen Marathon zu laufen. Vorher aber erfüllte ich mir einen langjährigen Traum. Einen richtigen Mudrun. Da ich nun Fit war durften es gleich die 18km beim Mudmasters in Weeze sein. Das beste war, er fand auch noch genau an meinem Geburtstag statt. also überredete ich meinen besten Kumpel, meine Schwester und wen ich noch so breitschlagen konnte, mit nach Holland zu fahren. Es war supergeil! Aber ich hatte Knieprobleme. Die Logik mehr Krafttraining und Physiotherapie. Das half auch erstmal.

Das Marathontraining überlebte ich. Auch das Training für den Zugspitzultra. Aber sobald ich die Umfänge hochschraubte und nach der Lydiard-Methode begann Umfänge zu prügeln zog es im Knie.

Meine besten Stücke nach dem Zut. Damals noch mit einem GoreTex Trailschuh von Asics. (9 Stunden lang lief ich in zwei Wassereimern .. ) Ein paar Monate später passte mir der Schuh nicht mehr. Und das obwohl ich ihn umgetauscht und eine halb Größe größer genommen hatte. (Die Sohle war abgerissen)

Und täglich grüßt der Physio – nix da Natural Running

Meine seitliche  Oberschenkelmuskulatur krampfte.  Wieder bekam ich Physiotherapie und ließ mich zu einer Laufanalyse hinreißen. Nun wusste ich wo meine Probleme waren. Die fehlende Oberkörperstabilität führte zu einer Rumpfrotation, die sich dann auch die Beine auswirkte. Diese mussten die Rotation ausgleichen. Logisch oder? Zur Sicherheit bekamm ich neben dem Trainingsplan noch Einlagen und kaufte mir meinen ersten „Barfussschuh“. Einen Nike Free. Voll mininal. Natural Runner mit Nike Free?  Heute weiß ich eher nicht…

Wo ich das mit dem Nike Free als Barfußschuh damals aufgesammelt habe weiß ich heute nicht mehr, aber ich glaubte es. Zu allem Überfluss packte ich in den Schuh, auch noch meine Einlage rein. Ich stellte fest. Das ich nicht beim Laufen die Knieprobleme bekam, sondern beim gehen nach dem Training. Mit den Einlagen. Also landeten die da wo sie hingehörten, in der Ecke und da liegen sie bis heute.

Ready to Run – Es ging los…

Kelly Starrett Ready to Run Fat Raccoon Racing
Eine Qualitativ hochwertige Aufnahme aus vergangener Zeit. Kelly Starrett Ready to Run

Durch Zufall erwischte mich mein Fitnesstrainer mit Flipflops und erklärte mir, dass ich den Scheiß besser nicht tragen solle, weil da die Zehen krampfen um den Schuh festzuhalten und das wäre nicht gut für den Fuß. Ich solle mir mal „Ready to Run“ von Kelly Starett holen.

Nach „Ready to Run“ holte ich mir „Born to Run“. Und dann alles was an Büchern übers Barfusslaufen, Laufen und über Natural Running verfügbar war.

Lauf Sport und Trainingsbücher Fat Raccoon
Eine kleine Auswahl meiner Literaturliste (was noch da ist). Vieles hatte ich mir auch aus der Uni Bibliothek ausgeliehen oder eben als Inspiration verliehen. Vorischt, nicht alles was in diesen Büchern steht ist auch wirklich gut!

Ich kaufte mir Five Fingers und begann umzustellen auf Nullsprengung. Ich wurde zum Vorfußläufer, zum Mittelfußläufer und wenn mir dann die Kraft ausging doch irgendwie wieder so halb zum Fersenläufer. Ich kaufte mir über kurz oder lang eine Menge Barfußschuhe schaffte aber die Umstellung nicht wirklich.

Vibram Five Fingers Evo Pure Fat Raccoon Natural Running
Mein erster Five Fingers in schönem Blau, ich habe ihn übrigens nach zwei Wochen umgetauscht, weil sich beim Modell Bikla die Gummipads aus der Sohle lösten

Doch lieber wieder Dämpfung? Mai 2016

Ich glaube diese Frage hat sich jeder Läufer  schon einmal gestellt, Natural Runner oder nicht. Ich blieb anfags auch noch unsicher.
Für die langen Geschichten nam ich dann doch wieder einen Schuh mit Dämpfung und Stütze. Never Change a Running System. Das ganze hielt solange vor bis mein geliebter Brooks Racer nach dem KUT den Geist aufgab. Ich hatte den Schuh durch mehrere Marathons, einen 24h Mudmaster und viele Trainingskilometer gelaufen und nun war er einfach durch. Die Sohle löste sich ab und die Löcher vorne am großen Zeh konnte ich schon lange nicht mehr ignorieren. Eine junge Dame lief den Lauf mit Vivobarefoot und das beeindruckte mich. Ich beschloss auch hier meine Umstellung weiter voranzutreiben und hatte mittlerweile im Alltag schon nur noch Vivos an.

Ein Natural Runner läuft ja nich über die Ferse! Oder doch?

Wie denn nun richtig? Vorfuss? Mittelfuß? Ich lernte gehen im Ballengang und ich konnte 10-13km auf dem Vorfußlaufen. Aber nach einer solchen Tempoeinheit brauchte ich in der Regel drei Tage Regeneration eher auch mal eine Woche und die nahm ich mir auch. sonst wäre wohl schlimmeres passiert. Auf den Trails lief es deutlich besser als auf Asphalt und das ist ja sowieso gesünder. Für die Rennen konnte ich jedoch nicht ganz auf Dämpfung verzichten, ich wollte ja schließlich immer noch vorne mitlaufen und gerade bei krassen Downhills ist ein wenig Dämpfung eigentlich ganz angenehm.

So doktorte ich also vor mich hin und hatte mir inzwischen einen veritablen Ruf als „der Barfußtyp“ erarbeitet. Meine Experimente wurden von einigen mit Interesse verfolgt, mache stimmten mir sogar zu, wieder andere hielten mich für völlig bescheuert.

Wenn das wirklich so einfach ist, warum machen das nicht alle?

Vivobarefoot Evo Pure Natural Running Fat Raccoon
Lange Zeit mein Lieblingsschuh, der Vivobarefoot Evo Pure. Mit ihm bin ich den Ironviking gelaufen. Auf Asphalt bekam ich jedoch auch gelegentlich Probleme

Einfach nur die richtigen Schuhe kaufen und schon gehts besser?

Fakt ist, viele Dinge haben sich irgendwie besser angefühlt aber so wirklich den Durchbruch in Sachen Barfußlaufen hatte ich nicht. Eine ganze Zeit lang hatte ich weniger Knieprobleme, aber meistens fand ich einen Grund für Physiotherapie und im letzte Jahr war es dann mal wieder so weit. Die Knie machten wieder Stress und sobald ich längere Läufe auch in meinen Barfußschuhen machte hatte ich entweder Probleme im Knie oder aber einen unangenehmen Druckschmerz im Fuß. Überlastung? Natural Runner ja oder nein. Aber wie? Wieder Pause. Ich kam einfach nicht in ein vernünftiges Training. Sobald ich vom Asphalt weg, war und die Schuhe wechselte ging es besser. Aber auch auf den langen Trails zickte das Knie.

Five Fingers, Fat Raccoon, Natural Running
Mit den Fivefingers auf dem Trail. Gut aber auch noch nicht das Non-Plus-Ultra. (Wenn ich heute die Form meines Handstands sehe, weiß ich was ich alles falsch gemacht habe. Aber jeder fängt mals an! Und es hat Spaß gemacht 😉 das ist die Hauptsache!)

Wo finde ich einen Barfußcoach?

Also entschied ich mich für ein Barfußcoaching. Ich war mir zwar sicher, dass ich eigentlich schon alles wusste. Ich hatte ja fast alle Bücher zu dem Thema gelesen und auch diverse Youtubevideos geschaut, also alle. Ich sah mich trotzdem nach einem Workshop um, da es hier in Frankfurt aber niemanden gab, der einem soetwas beibringen konnte, musste ich nach Düsseldorf. Als ich mich bei der Barefootacademy nach einen Natural Running Workshop erkundigte, erfuhr ich, dass es demnächst eine neue einmalige Ausbildung geben solle. Diese klang super interessant und ich entschied mich, das Geld in diese Ausbildung zu investieren. Ich habe es nicht bereut.

Praktisches Wissen erlernen – das FÜHLT sich gut an

Als der überzeugte Läufer der ich war, begann ich direkt mal mit nem ordentlichen Tempo auf dem Laufband und legte eine heiße Sohle aufs Parkett. Ich ließ die Sohlen glühen und dann durfte ich mir erstmal erklären lassen, wie so ein Fuß aufgebaut ist und wie er funktioniert. Was der Unterschied beim Gehen und beim Laufen ist? Warum man beides nicht vermischen sollte. Wie die beiden Bewegungsysteme funktionieren und vor allem, warum unser Fuß genau dafür konzipiert war. Abgesehen davon, dass ich Muskulatur in meinem Fuß aktiv entdeckte, machte vieles von dem was ich nun theoretisch erfuhr auch praktisch angewendet irgendwie intuitiv Sinn. Die erwarteten Schmerzen und Umstellungsprobleme blieben aus. Irgendwie funktionierte das, so als wenn mein Körper fast von ganz alleine wüsste, was zu tun ist.

Alles weitere kommt in meinem nächsten Artikel: Natural Running – Der „richtige“ Barfussschuh?

Bis dahin könnt ihr könnt ihr ja mal in meinen anderen Artikeln stöbern.

oder ein par Burpees machen:

 

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Fat Raccoon - Die Evolution eines Natural Runners
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Fat Raccoon - Die Evolution eines Natural Runners
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Mein langer steiniger Weg zum Natural Running Coach. Episode 1
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Fabian Sinning
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8 Gedanken zu „Die Evolution des Natural Runner – Fat Raccoon

  1. Mario Pal Antworten

    Sehr geiler Artikel!
    Super geschrieben und ich lerne gerade viel dazu 👍 Oorah und liebe Grüße aus Duisburg
    SuperMario

    • Fat Raccoon Autor des BeitragesAntworten

      Hallo Mario,

      das freut mich und geht runter wie Öl. Vor allem wenn du noch was lernen konntest ist das das beste Kompliment 🙂
      LG Fabian

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