Getting Tough The Race VI- Der Rennbericht zum Nachlesen

Getting Tough The Race VI – Wer’s nicht macht wird’s nie verstehen

The Race ist einfach einmalig und bleibt einmalig.

Es ist wieder dieser Montag morgen, an dem 3000 temporär gehbehinderte Menschen mit schmerzverzehrtem Grinsen zurück an ihren Arbeitsplatz humpeln und sich demonstrativ auf ihren Bürostuhl fallen lasse. AAH… Sitzt! Richtig, am Wochenende war wieder The Race.

Eigentlich willst du auch schon wieder zurück. Spätestens,  wenn du die Montagmorgengesichter deiner Arbeitskollegen siehst,  dann willst du zurück. Deswegen schreibe ich diesen Bericht: Im Kopf laufe ich noch einmal dieses Rennen.

Während du nach Fotos von dir suchst, Kommentare likest und antwortest, sehnst du dich zurück in die Hölle von Rudolstadt. Verrückt oder? Deine Arbeitskollegen verstehen nicht, was du da am Wochenende geleistet hast, keiner, der nicht dabei gewesen ist, versteht das. Auch die nicht, die die Emotionen in den Gesichtern auf den Fotos sehen.

Schwimmbad Rudolstadt
Warmbadetag im berüchtigsten Schwimmbad Deutschlands Foto Michael Schröder

Wir sind schon ein bisschen verrückt und wir sind vielleicht eine kleine Sekte. Aber du verstehst das, und vielleicht findest du dich in meinem Bericht ein wenig wieder. Vielleicht kann ich dir ein klein wenig von diesem Unbesiegbar-Gefühl zurückgeben, dass du hattest, als du die Linie überquertest. Ein klein wenig von der Kameradschaft die du erfahren hast, als du am Hindernis nicht weiterkamst.

Wenn du die Schmerzen beim Gehen spürst und lächelst weißt du, du hast The Race geschafft, du kannst alles schaffen! Viel Spaß beim Lesen…

Vorspiel

Es gibt kein vergleichbares Event. Bei keinem anderen Rennen drehen die Leute schon vorher so durch. Wochen vorher wurden schon Trailer, Erinnerungen, Fragen, Motivationsbilder, Videos und und und bei Facebook und Instagram gepostet. Es war also klar, es dreht sich alles um das kommende Wochenende, um THE RACE. Sabrina machte mich erfolgreich mit verrückt und die Frage, ob die Neoprenhandschuhe noch rechtzeitig ankommen und das Outfit komplett sein würde beschäftigte uns die ganze Woche. Aber es klappte alles und wir konnten rechtzeitig los. Bis hierhin lief alles nach Plan.

 

Schnell noch die Nummern holen…

Nachdem wir Jens 2 in Ballerbus geladen hatten, ging es schnurstracks nach Rudolstadt. Leider erstmal in einen Stau, sodass wir den Start des SAN auf dem Tablet im Livestream verfolgten. Doof, dass der hin und wieder einfach abbrach.

Jedenfalls kamen wir dann noch rechtzeitig, um das Finale anzusehen. Nach Leibeskräften schrie ich Tom und Jan an, die sich einen Kampf um die Podiumsplätze lieferten und beide in einem Affenzahn über die Hindernisse fegten. Bereits am Freitag Abend haben wir so viele bekannte Gesichter getroffen, dass es sich wieder angefühlt hat, als wenn man nach Hause kommt. Es ist mittlerweile mein 4. The Race und ich freue mich einfach jedes Mal wieder nach Rudolstadt zu kommen. Bis wir allen „Hallo“ gesagt hatten und die Startnummern abgeholt hatten. War es auch schon echt spät, sodass wir nur noch schnell aßen und auch schon schlafen gingen. Das Wetter versprach, es gut mit uns zu meinen und voller Vorfreude legten wir uns hin. Ich gebe zu ich war nervös und habe echt mies geschlafen. Auch wenn du weißt was kommt, du kannst nie wissen, ob du es schaffst. Auch das macht „The Race“ aus.

Raceday

Der Tag X war da. Der Tag, dem wir alle seit Wochen und Monaten, ja eigentlich um genau zu sein, seit letztem Jahr entgegenfieberten, war endlich gekommen. Bei uns ging’s zu wie auf Klassenfahrt, alle stolperten in unserem Bungalow übereinander und trafen die letzten Vorkehrungen. Für mich ein erster Schock! Auf meiner Startnummer stand Markus ??? Häh?

Anscheinend hatte ich gestern die 2119 statt der 2219 bekommen. Die Anspannung stieg. Wir fuhren nach Rudolstadt und standen gleich noch ein wenig im Stau. Er löste sich jedoch zügig auf und wir fanden einen guten Parkplatz. Neben uns stand Susi, also ein Gewinnerparkplatz. Ein gutes Zeichen!

Guten Morgen Rudolstadt

Walk of Fame Getting Tough OCR Bilder
Der Walk of Fame wartet auf seine Opfer Foto: Michael Schröder

Die Hindernisse standen bereit und die Wiese war prall gefüllt mit dem Besten, was Deutschland an Verrückten zu bieten hat. Schnell Startnummer tauschen, hier „Hallo“ sagen, da „Hallo“ sage, hier eine Umarmung, da eine Umarmung. Die Vorfreude stieg mit jedem bekannten Gesicht und während wir uns regelmäßig irgendwo verloren hatten, weil jeder ständig irgendwo jemanden oder etwas entdeckte. Als ich auf die Uhr schaute war es auch schon Zeit aufzubrechen, Richtung Start.

Ich wollte mir den Wassergraben nochmal in Ruhe anschauen und mich warmlaufen. Außerdem hatte ich vor dem Start noch ein dringendes Bedürfnis. Als ich aus dem Dixi stolperte, fiel ich quasi direkt in die Fernsehaufnahme des MDRs. Die Moderatorin war etwas entsetzt, ob des halbnackten Waschbärs, der ihr grinsend in ihre Ansprach fiel. Ich glaube, sie haben die Szene nochmal gedreht. Ich lief zum Start. Nach einer Inspektion des Kriechhindernisses und des Wassergrabens, entschied ich mich auf der rechten Seite zu starten.

Fat Raccoon Warmlaufen Getting Tough The Race
Warmlaufen mit den Jungs Foto: Michael Schröder

Beim Warmlaufen kam ich nicht umhin mit Robin noch einen kleinen Sprint zu machen. Mal testen ob er fit ist, war er. Die Zuschauer hielten uns zu diesem Zeitpunkt bereits für völlig bescheuert. Dann über uns die Flugzeuge…

Flugzeuge Getting Tough The Race
Die Flieger kommen … Start Foto Michael Schröder

Es geht los

Start Getting Tough The Race
Der legendäre Massenstart – Startaufstellung Foto Michael Schröder
Wassergraben Sprung Fat Raccoon Getting Tough The Race
Der Sprung in den Graben – Foto Grosse Fotos

10,9,8,7,6,5,4,3,2,1 BAAAMM!!! Ein Knall und alle sprinten los. Über die Wiese, durch das Krabbelhindernis, zum ersten Mal macht sich die Pumpe bemerkbar, nur nicht nachlassen! Rein in den Wassegraben, ein Sprung so weit wie möglich…

…auf den anderen Seite wieder hoch, runter. Der nächste Graben, Sprung, ein Helfer verscheucht eilig die Fotografen, während ich schon den Hügel herausstürme. Ich bin verdammt gut weggekommen. Dieses Jahr haben sie zusätzlich noch Strohballen aufgebaut. Damit habe ich nicht gerechnet! Nach dem Startsprint sind die Strohballen ein echtes Hindernis, dann nochmal kriechen, echt jetzt? Ich powere weiter durch, sehe wie sich Hagen und co. vorne an die Spitze setzen und bin froh jetzt erstmal mein Tempo gehen zu dürfen.

Fat Raccoon Gettting Tough Wassergraben
Fat Raccoon steigt aus dem Wassergraben – Foto Grosse Fotos

Neben mir taucht Arne von den Harzer Keilern auf und wir plaudern ein wenig, auch Jan-Phillip vom M.I.T. Tough Team kam mal auf einen Plausch vorbei. So langsam fand ich in meinen Trott. Dann kam auch schon der erste Anstieg. Ich war wirklich gut weggekommen, denn am Anstieg überholte mich Susi. Ein kurzes Gespräch und dann musste ich sie ziehen lassen. Diese Frau hat einfach einen Laufstil wie ein Panther, Kraft pur.

B-Man wollte dran bleiben. Ich lies ihn ziehen. An den Rabbithills holte mich Aydin aka „Häuptling weiße Feder“ ein. Ich beschloss, dass der Trapper Fat Raccoon ab jetzt auf Indianerjagd geht und hängte mich an ihn ran. Aber der Kerl ließ nicht locker.

Deja vue – Der zweite Anstieg

Beim Reifenschleppen zog Aydin weg. Am zweiten Anstieg dann das Déjà Vue: Wie im letzten Jahr knatterte das Quad hinter mir und auf einmal über holt mich der selbe Typ, im selben T-Shirt. Eskalationskommando Sven, den kenn ich doch. Während ich mich den Berg hoch kämpfe erinner ich mich an letztes Jahr, das ging damals irgendwie leichter. Ab jetzt begann der gemütliche Teil von The Race, bergauf und wieder runter und wieder hoch und wieder runter. Auf einem Feld zwischendurch Lucas Kempe, der uns alle mit Handschlag abklatschte und anfeuerte. Von mir bekam er nicht nur meinen Handschlag, sondern auch gleich noch meine zwei Buffs. Verdammt, mir war warm.

Ich kämpfte mich über die Hügel, beim Bergauflaufen wurde ich regelmäßig von Läufern überholt, die ich dann bergab wieder einsteckte. Mehr als einmal wurde ich auf meine „halsbrecherische“ Downhill-Technik hingewiesen. Ich gebe zu, es sieht manchmal etwas unkontrolliert aus, aber genau das ist der Trick. Nach einigem auf und ab, ein paar Eskaladierwände später und einem langen Stück bergab, erreichte ich die Papierfabrik. Als ich den ersten Papierblock ansprang, fühlte ich bereits schwere Beine. Das hohe Tempo forderte Tribut!

Na das kann ja heiter werden. Das Stück Asphalt zog sich ewig und als ich endlich das Dorf erreichte ging ich am Anstieg bereits wieder. Das Anlaufen viel mir schwer und ich quält mich über den nächsten Hügel, nicht mehr weit. Nur noch durch das Dorf und das Rennen geht los. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits meine beiden Gels aufgebraucht und war echt fertig.

Endlich … die Hindernisse

Ich mobilisierte nochmal die Hindernisse und das: „Hey du bist doch dieser Fat Raccoon, wir sind gut unterwegs, komm wir holen uns die Schwarze!“, half dabei definitiv. Ich erstürmte den letzten Hügel, ballerte den letzten Downhill runter und schleifte meinen Kadaver über den Acker zu den Heuballen. Veit, ich war verdammt froh deine Stimme zu hören und ich war froh, dass Jens G. hinter mir war. Das trieb mich über die Strohballen. Der Kerl war noch frisch und gab Gas, aber dieses Mal würde ich mich nicht abschütteln lassen.

Es klingt absurd. Aber als wir am Wassergraben ankamen und ich die Kälte des Wasser spürte freute ich mich. Ich wusste, jetzt ist es nicht mehr weit, nur noch die Hindernisse, ich muss nicht mehr viel laufen. Ich war so beschäftigt, meine Handschuhe zurechtzufummeln, dass ich von der Kälte fast nichts spürte. Ich begann aufzuholen. Nach dem Krabbeln und der Sturmbahn kamen sie… Natürlich kamen sie.

Ich wusste es bereits an der Papierfabrik: „Hallo Krämpfe!“  Das ganze Salz saufen bringt am Ende halt nichts, wenn du dich beim Laufen völlig aus dem Leben schießt. Aber egal es war ein vertrauter Schmerz, ich inspizierte den Umfang des Elend beim Laufen. Es war ech scheiße! Die Oberschenkel Innenseite, oberhalb des Knies und in der Wade zuckte es. Naja was soll’s. Beruhig dich, entspann dich, lass locker und konzentrier dich auf’s Laufen. Das tat ich und es lief. Nicht schnell aber es lief. Auf dem Weg zu Schwimmbad verlor ich Zeit, aber ich wusste die mach ich wieder gut. Nur noch ein wenig schonen, damit du noch springen kannst.

Badespaß in Rudolstadt, die reine Freude

Schwimmbad Getting Tough the Race Rudolstadt Fat Raccoon
Das Schwimmbad 1 Foto: Michael Schröder
Schwimmbad Getting Tough Rudolstadt Fat Raccoon 2
Das Schwimmbad 2 Foto Michael Schröder
Schwimmbad Getting Tough Rudolstadt
Schwimmbad Abtauchen
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Schnell raus…
Schwimmbad Getting Tough Rudolstadt Fat Raccoon
Raus hier …
Schwimmbad Getting Tough Rudolstadt
und weiter gehts…

Jens und ich erreichten quasi synchron das Schwimmbad. Elfengleich schwebte ich über das Wasser… und schlug ein wie eine Bombe. Ähnlich schön war das Gefühl der Kälte als ich unter dem ersten Baumstamm durchtauchte.

Den zweiten versuchte ich anzuheben. Ging auch nicht schneller. Weiter, weiter, nur nicht stehen bleiben, 3, 4, 5, 6, 7! Raus hier!

So schnell wie möglich. Jetzt nur noch über das andere Becken hangeln. Konzentrier dich, langsame und kontrollierte Bewegungen, geschafft! Weiter gehts, über die Wiese, hüpfen, krabbeln, Container, „ach leck micht Kalli“. Zwischendurch mal wieder ein kleiner Krampf aber es ging. Weiter! die Beine waren schwer aber sie krampften nicht mehr. Während die anderen unter den Baumstämmen durchkrabbelten, sprang ich von einem zum anderen darüber hinweg. Die Beine gingen wieder.

Wasserfall Getting Tough
Der Wasserfall des THW – Foto Michael Schröder

Ab durch den Wasserfall und auf die verdammte Bleichwiese, jetzt ist es nicht mehr weit. Ich hörte übers Mikrofon, das Charles mittlerweile angekommen war. „Du hast es gut!“, dachte ich mir. Auf einmal hörte ich eine vertraute Stimme, auch das Gesicht kam mir bekannt vor. Tobi den ich von der Ratsrunners-Serie kannte und versucht hatte anzustiften war da. Zwar nur als Zuschauer, aber seine aufmuternden Worte waren genau das was ich brauchte. Er rief mir sowas zu wie: „Auf geht’s einfach nur durchhalten, du hast es fast geschafft!“ Ich dachte mir nur, das weiß ich Junge, ich bin bereits beim Endgegner, jetzt gebe ich auch nicht mehr auf. Survival-Mode on und weiter.

Diese verfluchte Halfpipe

Ich kämpfte mich tapfer weiter und nahm Hindernis für Hindernis. Auch die Betonteile gingen mit Dominiks Technik verdammt flüssig. Das Hangeln klappt irgendwie und dann kam die verf****te Half-Pipe.

Halfpipe Hindernisse Getting Tough
Die Halfpipe des Teufels – Foto Michael Schröder

Diese rutschige Mistding muss der Teufel selbst gezimmert haben. Ich schaffte es bis oben ich hielt mich irgendwie fest und kämpfte bestimmt 2 Minuten mit der Kante ich kam nicht hoch. Also lies ich los, bevor ich noch mehr Kraft verlor. Meine Sturheit hat mich bestimmt 10 Plätze gekostet. Die anderen krabbelten alle schon. Ich krabbelte hinterher und ärgerte mich über meine Sturheit und dass ich das erste Mal in meinem Leben so eine dämliche Halfpipe nicht hochgekommen bin. Das Hangeln klappte, Tobi schrie mir motivierendes zu. Ich kämpfte mich weiter und weiter nur noch ein bisschen. Noch eine Wand, noch eine Wand, das große Gerüst. Weiter! Ein Container und die Balken und dann noch diese elenden Betonteile. Irgendwie da hochkommen, irgendwie. Ich krabbelte weiter und ein unbekannter Läufer und ich halfen uns gegenseitig über das Betonteil. Das ist übrigens für mich einer der vielen Gründe die The Race zu etwas ganz besonderem machen. Selbst auf der Ziellinie gibt es noch einen unglaublichen Sportsgeist und man hilft sich gegenseitig. Wer diesen gegenseitigen Respekt nicht aufbringt, hat bei the Race nichts verloren.

Getting Tough Kletterwand
Die Kletterwand – Halt dich bloß fest Junge… Foto Joschka Musik

Die Kletterwand – Halt dich bloß fest!

ZIEL!

Finish Getting Tough The race
Die letzten Hürden vor dem Ziel Foto Michael Schröder

Tobi brüllte mich das letzte Betonteil hinauf. Ich rollte irgendwie über das halbhohe Betonstück und lies mich auf der anderenseite herunterfallen. Während mich the Race ein letztes Mal auf die Knie zwang hörte ich bereits den Moderator „den jungen Adonis“ ankündigen. Ich wusste nur noch hier durch kriechen, einmal noch wieder aufstehen und ich habe es geschafft!

Fat Raccoon Getting Tough Finish
Ein fetter Waschbär kriecht aus der Kanalisation Foto: Michael Schröder

Ich fiel Markus und Kalli in die Arme. Bei der Medallien Übergabe der Schock. Ich bekam eine normale Medaille. Ich war doch sicher unter den ersten 100??? Was ist passiert? Erleichterung ich bekam eine zweite Medallie umgehängt. Die begehrte „Black Pearl“ Ein drittes Mal in Folge gehörte ich zu den 100 besten Hindernisläufern Deutschlands. Ich hatte mein Ziel erreicht. Erleichtert und glücklich stolperte ich ins Saunazelt. Dort traf ich die anderen Bekloppten und wärmte mich auf. Zwischendurch half ich anderen aus ihren Klamotten zu kommen. Ich bibberte, trank Tee, machte blöde Sprüche und einen Aufguss. Jens S. kam völlig fertig ins Saunazelt, der Junge war durch. Ich übernahm die Erstversorgung und organisierte Tee. Mir ging es langsam wieder gut. Es kehrte Wärme in meinen Körper zurück. Nach dem ich Jens versorgt hatte wollte ich nach meiner Freundin gucken. Sabrina war noch irgendwo da draußen.

Happy Birthday

Das man sich „The Race“ an seinem Geburtstag antut können wohl die wenigsten Menschen nachvollziehen. Aber Sabrina hatte nun mal das Glück, genau an ihrem Ehrentag sich selsbt das größte Geschenk zu machen. Während ich noch durch den Zielbereich humpelte hörte ich, wie über die Lautsprecheranlage „Happy Birthday“ gesungen wurde. Ich humpelte zur Ziellinie, sprang irgendwie mit einem Satz über die Absperrung und hoch zu Kalli und Markus, die Sabrina auf den Schultern trugen und „Happy Birthday sangen. Ein einmaliges Geburtstagsgeschenk. Ich brüllte lasst mich durch, dass ist meine Freundin und sprang zu ihr.

Markus Ertelt, Michael Kallinowski Getting Tough
Die Geier warten schon – Kallinator und Markus empfangen jeden Finisher persönlich und sangen für Sabrina Foto: Michael Schröder

Sie heulte vor Freude, Erschöpfung und Glück. Irgendwie eine Mischung aus allem. Dieser Gefühlscocktail, den nur The Race hervorbringt eben. Noch völlig überwältigt fiel sie in meine Arme. Sie hatte es geschafft. Letztes Jahr musste sie wegen ihrer Hüfte noch irgendwie ins Ziel humpeln. Dieses Jahr war sie 9. Frau und hatte eine schwarze Medaille. Sie durfte die Früchte von einem Jahr Training und harter Arbeit ernten und belohnte sich selbst mit dem besten Geburtstagsgeschenk, das man sich machen kann. Wir waren alle im Ziel und bis auf kleinere Blessuren unversehrt. Ich schaffte sie ins Zelt und The Race war vorbei. Während meine Freundin auftaute machte sich bei mir Erleichterung breit. Ich holte mir von Hannes unserem großartigen Support meine warmen Winterschuhe und futterte Gummibärchen. Dieses Glücksgefühl das ich dabei empfand ist einfach unbeschreiblich. Wir kommen nächstes Jahr wieder definitiv 🙂

Feuerwerk Getting Tough, Ballerbus
Die Ballerbus Crew mit dem weltbesten Support

 

FAZIT – GETTING TOUGH THE RACE

The Race ist und bleibt das härtest Rennen Europas. Auf dieser Distanz gibt es einfach nichts vergleichbares. Der Original Tough Guy ist das einzige was da ähnlich wäre, aber auch der ist eben anders und es gibt ihn nicht mehr. Was ich in meinen Tipps beschrieben hatte hat sich bewahrheitet. Das Rennen beginnt am Wassergraben und meine Rennstrategie ist aufgegangen. Es war ein rundherum geiles Wochenende. Einziges Manko: Die Medaillen dieses Jahr sind Scheiße! Die Farbe geht leider ab und ich finde es schlicht schade, dass die Jungs nicht dem alten Design treu geblieben sind. Die Stimmung jedoch ist und bleibt einmalig. The Race ist eben THE RACE und wer’s nicht gemacht hat, der wird das nie verstehen. Das ganze Paket macht es einfach aus und auch das drumherum stimmt. Wir haben dann noch bis spät in die Nacht auf der After Race Party Sabrinas Geburtstag gefeiert und sind am Abend glücklich ins Bett  gefallen.

3 Gedanken zu „Getting Tough The Race VI- Der Rennbericht zum Nachlesen

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