Barfuß beim Spiridon Frankfurt Halbmarathon

Barfuß beim Spiridon Frankfurt Halbmarathon

Sonntag war es so weit: Halbmarathon. Der Halbmarathon ist nach dem Frankfurt Marathon das Laufevent in Frankfurt! Viele, wenn nicht alle fiebern diesem Tag schon seit Monaten entgegen. Also nicht ganz alle, ich hatte ihn irgendwie vergessen. Aufmerksam darauf, dass der Halbmarathon stattfindet wurde ich durch die freundlichen Hinweise von Interessierten bei meiner Facebookveranstaltung. Ich wollte an diesem Tag um den Frankfurter Grüngürtel laufen. Das machen wir jetzt am 25. März.

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Die OCR-Frankfurt Truppe vor dem Start, nur ein Bruchteil der bekannten Gesichter. (Foto Matthias)

Morgenstund hat… ehrlich ich hasse frühes Aufstehen.

Aber zurück zum Thema: Also Halbmarathon kann man ja mal machen. Ich war morgens früh ungefähr so motiviert einen harten Wettkampf zu laufen wie… naja du weißt schon. Ich hatte wirklich überhaupt keine Lust aufzustehen und zur Commerz *hust* zum Waldstadion zu fahren, um 21km zu rennen. Aber Tomi hatte mir freundlicher Weise sein Startnummer überlassen und das könnte ja bestimmt witzig werden. Außerdem könnte ich ja mal versuchen, einen Halbmarathon barfuß zu laufen. Mal schauen ob es klappt.

Soll ich das wirklich machen?

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Der Startbereich. Noch ist alles ganz entspannt. In einer Stunde wird dieser Platz voller Läufer sein. (Foto Matthias)

Wer mich vor dem Wettkampf getroffen hat, weiß, dass ich noch bis kurz vor dem Start überlegt habe, ob ich wirklich die ganze Strecke barfuß laufen soll. Ich war mir nicht sicher, ob es eine gute Idee ist. Asphalt ist prinzipiell kein Problem, im Gegenteil die meisten Straßen laufen sich ganz gut. Vor allem Glatter Teer fühlt sich unter den Füßen ganz angenehm. Aber alte Straßen und diese Asphaltmischungen mit Schotter und Kies, die sind wirklich fies. Ich wusste nicht genau wie die Straßen beschaffen waren, deswegen entschied ich mich dafür meine Lunas sicherheitshalber am Gürtel zu lassen um sie falls es zu unagenehm würde anziehen zu können.

Die Motivation kommt mit den Menschen

Die Lust stieg je näher der Start rückte, ich traf schon im Bus einen netten Läufer der vor noch nicht allzulanger Zeit aus der Türkei nach Deutschland gezogen war und wir kamen ins Gespräch. In der S-Bahn dann jede Menge Läufer und ich wurde gleich auf meine seltsamen Latschen angesprochen. Ich trug meine Lunas. Auf dem Weg zum Stadion traf ich Gusi und Kirsten, beim Ummelden traf ich Ingo und alle möglichen Leute. Es sind zu viele um sie alle einzeln zu nennen, ich weiß auch gar nicht mehr so richtig wen ich wann wo getroffen habe, aber es war einfach geil. Meine Laune stieg mit jedem bekannten Gesicht und ich entschied mich „vernünftiger Weise“, mit Gusi im Startblock zu starten. Mein Plan war bis Kilometer zehn gemütlich zu laufen und dann mal zu schauen, was beim Halbmarathon noch geht. Ich schlug Gusi vor wir können ja zusammen laufen. Er kommentierte das, wenn ich ihn an dieser Stelle frei zitieren darf in etwa mit: “ Jaja am Arsch bleibst du bei mir!“ und einem lachen. Er sollte recht behalten. Nachdem der Startschuss endlich viel, sprang bei mir endgültig der Schalter um.

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Irgendwie ist es ja schon komisch der einzige Mensch ohne Schuhe zu sein. Wenn ich nicht wüsste, dass es sinnvoll ist, hätte ich garantiert an meiner Entscheidung gezweifelt.

Geisterfahrer? Wieso einer? Hunderte!

Während ich mich vor dem Start noch echt seltsam fremd zwischen den ganzen Menschen in schicken Laufschuhen gefühlt hatte und überlegte, ob ich nicht vielleicht doch einfach nur bescheuert bin, fiel ich jetzt in meinen Groove. Ich lief, es lief und so begann ich mich nach vorn zu schlängeln. Während ich so vor mich hinlief kamen schon die ersten entsetzen, verwunderten und begeisterten Reaktionen auf meine nackten Füße. Dann kam Jost der Chef vom coolsten Frankfurter Laufshop, also dem Frankfurter Laufshop und wir quatschen ein wenig. Entweder war ich ihm wirklich zu schnell oder zu verrückt, auf jeden Fall lies er mich ziehen. Ich hangelte mich irgendwie von Gespräch zu Gespräch. Einen Läufer aus Rodgau, der sich darüber amüsierte, dass ich bei Kilometer 3 bereits das schimpfen began: Der Straßenbelag war wirklich sau unangenehm! Aber er wurde glücklicherweise auch wieder besser. Als es durch die Bürostadt ging hatte ich mich eingegrooved und so lief ich fröhlich quatschend und rumblödelnd vor mich hin.

Ich hatte richtig Spaß

Gute Laune ist essentiell wichtig für einen Wettkampf

Wusstet ihr das es Barfuß richtig Spaß macht von Pappbecher zu Pappbecher zu springen und sie zu zertreten? Mit Schuhen bin ich da immer drauf ausgerutscht. Was noch viel mehr Spaß macht ist vor drei ahnungslosen Zuschauern durch eine Pfütze zu laufen. „Toll Pfütze!“
Okay vielleicht habe ich mich wirklich aufgeführt wie ein kleines Kind aber ich habe mich einfach gefreut zu laufen. Noch mehr habe ich mich darauf gefreut an der Oppenheimer Landstraße meine Eltern zu sehen und so gab ich ein wenig mehr Gas. Würden sie den Hund dabei haben? Ja sie hatten. Ich erblickte meinen Vater mit dem Hund. Ein lautes AMYYYY später und der Hund hatte mich entdeckt. Eine unglaubliche Freude zeichnete sich auf dem Gesicht von Amy ab und sie beschleunigte schwanzwedelnd, um mir vor lauter Freude mit Vollspeed in den Schritt zu springen. Nur mit sehr viel Mühe konnte ich diese 20kg ungebremste Liebe abfangen. Ich verpasste Amy eine kurze Streicheleinheit und lief frölich
weiter.

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Lovebomb incoming. Amy hätte mich fast von den Socken gehauen. Gut, dass ich keine anhatte.

Way back… Payback!

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Der GPS-Track  des Halbmarathon: Mit 1:37 bin ich für meinen ersten Barfußlauf sehr zufrieden

Nun ging es wieder zurück zum Stadion und es wurde Zeit anzuziehen. Das tat ich auch. Ich hatte bereits auf den ersten 10km stetig Leute überholt und ich beschloss damit weiterzumachen. Also gab ich Gas, beim Oberforsthaus überholte ich einen sehr sympathischen Jungen Läufer, der spontan beschloss ein wenig mit dem Barfußdude, der ihn gerade überholte mitzulaufen. Was er nicht wusste, ich würde noch weiter anziehen. Ich war zu diesem Zeitpunkt gerade dabei auf eine 4:30 runter zu gehen und beschloß ab dem Wendepunkt richtig auf den Putz zu hauen. Also drohte ich muter jedem bekannten Gesicht das mir entgegen kam an, dass ich kommen würde um ihn/oder sie zu holen. Janosch gab zu, dass ihn diese Drohung zusätzlich angespornt hat und auch Katrin von bevegt.de hat bestimmt noch ein wenig extra Gas gegeben, weil sie Angst hatte, dass ich meine Drohung wahrmachen würde.

Endspurt..

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Die letzten Kilometer habe ich in einer recht ordentlichen Zeit zurückgelegt. Es würde also noch mehr gehen. Meine Füße waren jedoch in diesem Fall der limtierende Faktor.

Ich bekam leider nur einen der entgegenkommenden. Davut sah zu dem Zeitpunkt als ich ihm entgegenkam schon echt beschissen aus und war am Gehen. Nicht das, dass bei ihm etwas besonderes ist. Aber normalerweise rennt er irgendwann wieder los wie ein Irrer und gewinnt noch seine Altersklasse. Dieses mal hatte er allerdings nicht die Kraftreserven, die er sonst hatte, als frisch gebackener Papa, hatte er in den letzten Monaten andere Prioritäten. Schnell mal ein Halbmarathon tut da eben weh. Obwohl ich ihn aus Leibeskräften anschrie wollte er einfach den Orient-Express nicht zünden.

 

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Das ich den mal ein und überholen würde hätte ich auch nicht gedacht…

Also musste ich auf den Letzten KM alleine zum Endspurt ansetzen. Ich legte ihn in 4:02 zurück. Für Barfuß finde ich das ganz in Ordnung, es reichte auch noch für einen ordentlichen Zieleinlauf, wobei ich mich in der nassen Betoneinfahrt fast noch hingelegt hätte. Der Boden war wie Seife und barfuß war nahezu kaum Kraftübertragung möglich. Im Ziel angekommen erwarteten mich die Mädels vom Laufshop Lauftreff. Ich wartete auf Davut der sich kurz nach mir ins Ziel schleppte – sichtlich froh das es vorbei war. Bei den Getränkeständen traf ich dann die anderen wieder.

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Beste Laune im Zielbereich, die Herren der Schöpfung blödeln herum, während sie auf die Damen warten, die sich etwas Zeit gelassen haben. Matthias betrachtet das herumgealber skeptisch.

Fazit

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Da tut’s weh… Ich fürchte ich habe mir eine Blase gelaufen. Nicht die erste und sicher nicht die letzte. Die Zehen waren an diesem Tag wohl das schwächste Glied der Kette.

Am meisten gelitten hat definitiv die Fussohle bei diesem Lauf. Ich habe mir zwei Blasen am zweiten Zeh gelaufen. Die Fußsohle hat bei dem Halbmarathon auf jeden Fall einen überschwelligen Trainigsreiz bekommen. Ich hatte Spaß ohne Ende. Der Wettkampf war lustig und die Reaktionen der Leute waren unbezahlbar. Es war von Entsetzen bis Bewunderung mal wieder alles dabei. Was mich angeht und den Grund warum ich es gemacht habe: Ich weiß nun, dass es geht und ich werde es bestimmt wieder tun! Ich hatte einfach einen verdammt geilen Tag. Ich bin dankbar für all die Menschen, die mich motiviert und angefeuert haben. Für alle die mitgeholfen haben, dass diese Veranstaltung stattfindet. Es war wirklich schön. Am Tag danach spüre ich deutlich, dass meine Fußsohle gelitten hat, sie ist sensibel und laufen ist irgendwie unangenehm die zwei Blasen sind deutlich zu merken. Die Beine sind fein. Beim nächsten Trainingslauf ziehe ich mir wieder ein Sohle unter die Füße, sie haben hart gearbeitet.

Jetzt haben sie sich Erholung verdient. Ich verwende übriges Kokosöl riecht gut und fettet, damit die Haut nicht austrocknet.

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Das meiste ist Dreck. Aber die Belastung für die Fußsohle war wirklich heftig. Aber sie wird stärker, mein Körper wird aus der Belastung lernen und die nächsten Tage zusätzliche Fettpolster in die Haut einlagern. Ein Trainingsreiz muss nicht immer den Muskel reizen.

Die Erfahrungen von meinem ersten Barfußlauf kannst du hier nachlesen.

Wie ich auf die Schnapsidee kam mit dem Barfußlaufen anzufangen erfährst du hier.

Welches Schuhwerk ich bevorzuge, wenn ich meine Fußsohle entlasten möchte oder nicht gleich als Geisterfahrer auffallen möchte erfährst du hier.

Wo es noch hingehen soll erfährst du hier…

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Wie es sich anfühlt einen Halbarathon barfuß zu laufen? Das erfährst du in diesem Artikel! Mein Erfahrungsbericht als Barfußläufer beim Spiridon Mainova Frankfurt Halbmarathon. 21km unten ohne. Warum man sowas macht? Klick dich durch..
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3 Gedanken zu „Barfuß beim Spiridon Frankfurt Halbmarathon

  1. Pingback: Sport- und Fitnessblogs am Sonntag, 25.03.2018 – Eigenerweg

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